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Zürich - Tram-Museum

Ein Tram in Weiningen

Im Jahre 1900 nahm die Limmattal-Strassenbahn den Betrieb auf den Überlandstrecken Zürich-Dietikon und Schlieren-Weiningen auf. Anfänglich besass die Gesellschaft acht gelb gestrichene Motorwagen und weitere Fahrzeuge, darunter auch solche zur Güter- und Postbeförderung. Im Jahre 1931 übernahm die Stadt Zürich dieses Unternehmen und stellte die Überlandstrecken auf Autobus um. Der Motorwagen 2 gelangte an die Martigny - Châtelard - Bahn im Kanton Wallis, wo er bis September 1974 verblieb. Damals gelang dem Verein Tram-Museum die Rückführung des wertvollen Fahrzeuges nach Zürich.

Das Fahrzeug ist auf den ersten Blick mit dem Wagen 102 annähernd identisch, doch sind wesentliche Einzelheiten von den Ausführungen der Städtischen Strassenbahn abweichend. Bei der Restaurierung legte das Trammuseum Zürich daher grössten Wert auf die Erhaltung dieser LSB-spezifischen Details.

Wer auf der Wild-Karte von 1855 die Siedlungen im zürcherischen Limmattal betrachtet, mag sich die Frage stellen, wie eigentlich kurz vor 1900 fünf kleine Dörfchen zu einer eigenen Strassenbahnlinie kamen. Nämlich Altstetten (damals noch eine selbständige Gemeinde), Schlieren, Dietikon, Unterengstringen und Weiningen; alle doch recht weit auseinanderliegend, ohne offensichtliche Gemeinsamkeiten und mit insgesamt nicht einmal 5’000 Einwohnern.

Mit der Strassenbahn war der Schienenverkehr wieder dorthin zurückgekehrt, wo er einst
begonnen hatte: auf die Strasse. Und zwar gerade wegen ihres schlechten Zustandes. Mit dem Bau einer Strassenbahn gingen die Betreiber – wenigstens vom Technischen her – keine allzu grossen Risiken ein. Und so wucherten Tramgeleise in den Strassen der Städte und in die ländliche Umgebung hinaus. Der Ruf nach einer Strassenbahn fand auch im Limmattal Widerhall; sowohl in den abgelegenen Gemeinden jenseits der Limmat wie in den bahn-nahen diesseits. Nach längerem Hickhack um die Konzessionserteilung (ein erstes Gesuch wurde bereits im Jahre 1893 eingereicht) erteilte schliesslich das Eidgenössische Parlament am 15. Oktober 1897 die Bundeskonzession für die Linie Zürich (Stadtgrenze) – Altstetten – Schlieren – Dietikon mit Abzweig nach Unterengstringen und Weiningen.

Das Lisebethli ist heute, fein restauriert, im Tram-Museum Zürich zu bewundern.

Öffnungszeiten:
Mittwoch, Samstag, Sonntag: 13:00–17:00 Uhr

Tram-Museum
Forchstrasse 260
8008 Zürich
Tel. 044 380 21 62
info@tram-museum.ch
www.museum.baden.ch
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